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Wie schützt man Pferde vor Hitze? Ein praktischer Ratgeber

Heiße Tage können für Pferde sehr belastend sein. Hohe Temperaturen, intensives Training, fehlender Schatten und eingeschränkter Zugang zu Wasser können zu Austrocknung, Überhitzung und im Extremfall zu einem Hitzschlag führen. Deshalb sollte jeder Besitzer wissen, wie man ein Pferd abkühlt, seine Körpertemperatur kontrolliert und wann tierärztliche Hilfe erforderlich ist.

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Warum sind hohe Temperaturen für Pferde gefährlich?

Bei körperlicher Anstrengung erzeugt der Körper des Pferdes große Mengen an Wärme. Diese gibt das Pferd vor allem durch Schwitzen und über die Atmung ab. Bei Hitze ist dieser Vorgang weniger wirksam, insbesondere bei feuchter Luft und Windstille.

Mit dem Schweiß verliert das Pferd Wasser und Mineralstoffe. Sind diese Verluste zu groß, verschlechtert sich die Durchblutung, der Puls steigt und die Muskulatur ermüdet schneller. Ältere, übergewichtige und kranke Tiere sowie Pferde, die bei hohen Temperaturen geritten werden, sind stärker durch Überhitzung gefährdet.

Wie erkennt man Überhitzung und Sonnenstich beim Pferd?

Anzeichen einer Hyperthermie können starkes Schwitzen, schnelle Atmung, Schwäche, Bewegungsunlust, ein schwankender Gang und ein über längere Zeit erhöhter Puls sein. Auch ausbleibender Schweiß trotz intensiver Anstrengung und heißen Wetters ist besorgniserregend.

Die Körpertemperatur eines gesunden Pferdes liegt normalerweise bei etwa 37,5–38,5°C, kann nach dem Training jedoch vorübergehend ansteigen. Bleibt die Körpertemperatur hoch, ist das Tier apathisch, hat es Gleichgewichtsstörungen oder reagiert es nicht angemessen auf seine Umgebung, muss mit der Kühlung begonnen und ein Tierarzt kontaktiert werden.

Aufenthalte auf Paddock und Weide an heißen Tagen organisieren

Die Bedingungen auf den Ausläufen haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden des Pferdes. Denken Sie daran, dass fehlende Luftbewegung und ein stundenlanger Aufenthalt in der prallen Sonne auch ohne Training zur Überhitzung führen können.

Weidezeiten ändern – wann sollte das Pferd auf den Auslauf?

Am besten werden Pferde frühmorgens, spätabends oder nachts auf den Auslauf gebracht. Während der größten Hitze sollten sie in den Stall zurückkehren oder im Schatten Schutz suchen können.

Je nach Bedingungen kann ein kühler, gut belüfteter Stall sicherer sein als ein aufgeheizter Paddock. Ist es im Gebäude jedoch stickig und warm, kann ein schattiger Platz im Freien die bessere Lösung sein.

Für ausreichend Schatten und Schutz im Freien sorgen

Auf der Weide sollten geschützte Bereiche vorhanden sein, die allen Pferden zugänglich sind. Bäume oder ein ausreichend großer, luftiger Unterstand können Schatten spenden. Schattige Plätze helfen Pferden, sich bei Hitze abzukühlen. Tränken und Wassereimer sollten am besten im Schatten stehen, damit sich das Wasser nicht erwärmt. Pferde trinken kein warmes Wasser, sie bevorzugen 8-15°C.

Ausreichende Flüssigkeitsversorgung und Mineralstoffbalance beim Pferd

Bei Hitze können Pferde bis zu zweimal pro Stunde trinken. Ständiger Zugang zu sauberem Wasser ist der wichtigste Bestandteil des Schutzes vor Überhitzung. Die aufgenommene Wassermenge hängt von der Temperatur, der Fütterung, der Arbeitsintensität und den individuellen Bedürfnissen des Pferdes ab. Bei Hitze benötigen Pferde in der Regel 20-40 Liter Wasser pro Tag. Eine Austrocknung lässt sich beim Pferd mit dem Hautfaltentest überprüfen: Dabei wird eine Hautfalte am Hals oder an der Flanke hochgezogen. Kehrt die Haut nicht schnell in ihre ursprüngliche Position zurück, leidet das Tier unter Flüssigkeitsmangel.

Bewährte Möglichkeiten, das Pferd zum Trinken anzuregen

Bei Hitze sollten Tränken und Eimer regelmäßig gereinigt und es sollte kontrolliert werden, ob das Pferd tatsächlich trinkt. Hilfreich kann die Gabe von eingeweichtem Futter, Mash oder leicht angefeuchtetem Heu sein. Besonders bei Turnieren ist es nützlich, Wasser aus dem eigenen Stall mitzunehmen. Manche Pferde trinken Wasser mit ungewohntem Geruch oder Geschmack nur ungern.

Bedeutung und Dosierung von Elektrolyten bei Hitze

Nach intensiver Anstrengung verliert das Pferd mit dem Schweiß Natrium, Kalium und Chlorid. Elektrolyte können helfen, diese Verluste auszugleichen. Ihre Menge hängt jedoch vom Körpergewicht, der Art des Trainings und der Stärke des Schwitzens ab. Die Präparate sind gemäß den Herstellerangaben anzuwenden. Nach ihrer Gabe muss das Pferd Zugang zu Wasser haben. Bei Unsicherheit sollte die Dosierung mit einem Tierarzt oder einem Fütterungsberater abgestimmt werden.

Optimale Stallbedingungen – wie lässt sich die Temperatur in der Box senken?

Im Stall sollten die Fenster geöffnet sein und die Luft ungehindert zirkulieren können. Sicher montierte Ventilatoren außerhalb der Reichweite der Tiere können hilfreich sein.

Die Box sollte sauber und trocken sein. Nasse Einstreu erhöht die Luftfeuchtigkeit und erschwert die Wärmeabgabe. Bei Hitze sollte außerdem die direkte Aufheizung der Räume durch die Sonne begrenzt werden.

So kühlen Sie Ihr Pferd nach intensiver Anstrengung und dem Training ab

Nach dem Reiten müssen unverzüglich Sattel, Schabracke, Gamaschen und Decke abgenommen werden. Mit der Kühlung des Tieres sollte möglichst schnell begonnen werden, besonders nach intensiver Anstrengung. Die Bewegung im Schritt nach dem Training sollte 10-15 Minuten dauern.

Am besten bringt man das Pferd in den Schatten und ermöglicht ihm ruhige Bewegung im Schritt. Gleichzeitig sollten Atmung, Körpertemperatur und Puls beobachtet werden.

Die richtige Technik zum Waschen und Kühlen des Pferdes mit Wasser

Wie kühlt man ein Pferd richtig ab? Am wirksamsten ist es, den gesamten Körper mit Wasser aus einem Schlauch oder einem Eimer zu übergießen. Das Wasser sollte vor allem auf Hals, Brustkorb, Rücken, Kruppe und Gliedmaßen gerichtet werden. Das Waschen von Pferden unterstützt die Regeneration der Muskulatur und verbessert ihr Wohlbefinden.

Ein Pferd kann mit kaltem Wasser gekühlt werden. Es ist nicht nötig, mit warmem Wasser zu beginnen und dessen Temperatur schrittweise zu senken. Die schnelle Kühlung eines überhitzten Körpers ist nicht gefährlicher, als das Pferd mit hoher Körpertemperatur zu belassen. Entscheidend ist eine schnelle Wärmeabgabe.

Eiskaltes Wasser ist nicht erforderlich, obwohl bei einem Hitzschlag eine intensive Kühlung mit kaltem Wasser die Gesundheit oder das Leben des Pferdes retten kann. Diese Kühlung muss wiederholt werden, da auf dem Fell verbleibendes Wasser schnell warm wird. Nach dem Übergießen sollte überschüssiges Wasser von der Haut des Pferdes entfernt werden.

Beim Übergießen sollte man an den Beinen beginnen und sich nach oben vorarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Hals, Brustkorb und die Bereiche, in denen größere Blutgefäße verlaufen. Auch die Beine und die übrigen empfindlichen Bereiche müssen gekühlt werden. Der Kopf kann vorsichtig angefeuchtet werden; dabei darf kein starker Wasserstrahl in Ohren oder Nüstern gerichtet werden. Das Pferd sollte im Schatten oder am Abend gewaschen werden.

Kühldecke und Kühllehm zur Unterstützung der Regeneration nach der Arbeit

Kühllehm und Kühlgele sind nach dem Training besonders hilfreich, wenn die Regeneration der Beine unterstützt werden soll. Sie ersetzen jedoch nicht die Kühlung des gesamten Körpers mit Wasser. Die Präparate sollten auf saubere Gliedmaßen aufgetragen und gemäß den Herstellerempfehlungen verwendet werden. Nicht jedes Gel darf unter einer Bandage oder unter Gamaschen verwendet werden. Eine Kühldecke wiederum kann nach dem Training, beim Transport oder auf Turnieren hilfreich sein, da sie die allmähliche Abgabe überschüssiger Körperwärme unterstützt. Sie sollte gemäß den Herstellerempfehlungen verwendet werden. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob das Material kühl bleibt und keine Wärme zu stauen beginnt.

Reitsportausrüstung zum Schutz vor Sonne und Insekten

Passend ausgewählte Ausrüstung kann die Einwirkung von Sonnenstrahlen und Insekten verringern. Wichtig ist, dass sie keine Wärme staut und die Luftzirkulation nicht einschränkt.

Fliegendecken und Weidedecken mit UV-Schutz

Eine leichte Fliegendecke aus Netzmaterial schützt vor Fliegen und kann die Einwirkung von UV-Strahlung verringern. Decken und Kühlgamaschen sind dagegen hauptsächlich für die Anwendung nach der Arbeit oder während eines Turniers gemäß den Herstellerangaben vorgesehen.

Jede Decke sollte luftdurchlässig sein und gut passen. Schwitzt das Pferd unter dem Material stark, muss sie abgenommen werden.

Fliegenmasken und Fliegenfransen zum Schutz von Augen und Ohren

Eine Fliegenmaske sollte Abstand zu den Augen halten, die Wimpern nicht berühren und keinen Druck auf den Kopf ausüben. Sie muss täglich abgenommen und gereinigt werden; außerdem ist der Hautzustand zu kontrollieren.

Fliegenfransen sind eine leichtere Lösung, bieten jedoch weniger Schutz als eine vollständige Maske.

Wie lässt sich der Trainingsplan an die Sommerhitze anpassen?

Das Training sollte möglichst morgens oder spätabends stattfinden. Bei Hitze muss die Arbeitsintensität reduziert, die Reitdauer verkürzt und häufiger eine Pause eingelegt werden.

Aus eigener Erfahrung wissen viele Reiter, dass ein Pferd scheinbar normal arbeiten und sich dennoch deutlich langsamer erholen kann. Deshalb ist es wichtig, Atmung, Bewegung und Temperatur des Pferdes nach der Belastung zu kontrollieren.

Bei außergewöhnlicher Hitze ist es besser, auf das Training zu verzichten. Ein Ruhetag wiegt weniger schwer als das Risiko einer starken Überhitzung und einer langwierigen Behandlung.

Hitzschlag – Erste Hilfe vor dem Eintreffen des Tierarztes

Bei Verdacht auf Überhitzung muss die Belastung sofort beendet werden. Sattel, Decke und Gamaschen sind abzunehmen und das Pferd in den Schatten zu führen.

Anschließend muss das Pferd intensiv mit Wasser übergossen werden, am besten mit einem Schlauch. Die Kühlung von Hals, Brustkorb, Rücken, Kruppe und Gliedmaßen hilft, die Körpertemperatur zu senken. Ist das Pferd bei Bewusstsein, sollte ihm Wasser zum Trinken angeboten werden.

Mit der Kühlung darf nicht bis zum Eintreffen des Tierarztes gewartet werden. Bei Unsicherheit sollte man die Tierarztpraxis anrufen und die erhaltenen Anweisungen befolgen. Eine schnelle Kühlung kann Organschäden verhindern und die Chancen auf eine vollständige Genesung deutlich erhöhen.

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